Mein Wunsch für 2026:
Ein echtes Wir – demokratisch, menschlich, unmissverständlich
2026 fühlt sich an wie ein Jahr, in dem wir uns entscheiden müssen.
Nicht nur an der Wahlurne, sondern im Alltag.
Im Gespräch mit Freund*innen.
Am Arbeitsplatz.
In unseren Städten und Gemeinden.
Überall dort, wo wir miteinander leben – oder eben gegeneinander.
Ich wünsche mir ein Jahr, in dem wir aufhören, die Demokratie wie etwas Selbstverständliches zu behandeln.
Sie ist es nicht.
Sie war es nie.
Und heute ist sie es weniger denn je.
Zu viele beanspruchen inzwischen lautstark für sich, „für das Volk“ zu sprechen, während sie gleichzeitig jene Werte aushöhlen wollen, die uns schützen:
Menschenwürde.
Gleichberechtigung.
Meinungsfreiheit.
Rechtsstaatlichkeit.
All das, was die freiheitlich‑demokratische Grundordnung ausmacht.
Es reicht nicht, diese Werte im Munde zu führen.
Man muss sie leben.
Man muss sie verteidigen.
Gerade dann, wenn es unbequem ist.
Gerade dann, wenn Extremisten – von welcher Seite auch immer – so tun, als stünden sie auf dem Boden der Demokratie, während sie sie in Wahrheit verachten.
Mein Wunsch für 2026 ist deshalb ein radikal menschlicher:
dass wir unser Wir wiederfinden, aber nicht irgendeines.
Ein Wir, das auf Respekt gründet.
Ein Wir, das Unterschiede nicht ausnutzt, sondern aushält.
Ein Wir, das klar Position bezieht, ohne andere Menschen zu entmenschlichen.
Demokratie funktioniert nicht durch Lippenbekenntnisse.
Sie funktioniert nur durch Menschen, die sie ernst meinen.
Durch Menschen, die aufstehen, bevor es zu spät ist.
Durch Menschen, die nicht wegsehen, wenn andere angegriffen, ausgegrenzt oder bedroht werden.
Ein Wir, das mutig ist.
Ein Wir, das solidarisch ist.
Ein Wir, das weiß:
Freiheit ist nicht verhandelbar.
Menschenrechte sind nicht verhandelbar.
Menschenwürde ist nicht verhandelbar.
2026 wünsche ich mir ein Land, in dem wir genau das klarer sagen als je zuvor.
Und in dem wir es leben – gemeinsam.
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